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Artikel lesenDas Fohlen ist da! 10 wichtige Kontrollen für Stute und Fohlen nach der Geburt
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Das Wichtigste in Kürze
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Die ersten Stunden nach dem Abfohlen sind entscheidend: Stute und Fohlen können zunächst unauffällig wirken und trotzdem rasch in eine kritische Situation geraten.
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Die Geburt beim Pferd sollte zügig verlaufen. Bleibt der Geburtsfortschritt aus, ist das immer ein Notfall.
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Die Nachgeburt muss vollständig abgehen, ausgebreitet kontrolliert und bei Unsicherheit kühl aufbewahrt werden, bis der Tierarzt sie beurteilen kann.
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Das Fohlen sollte innerhalb der ersten Stunde stehen und spätestens innerhalb von zwei Stunden zuverlässig trinken.
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Saugverhalten, Darmpech, Urinabsatz und Allgemeinverhalten des Fohlens liefern wichtige Hinweise auf seinen Gesundheitszustand.
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Schmerzen, Fieber, Koliksymptome, Blut im Kot oder Urin, Mattigkeit oder Desinteresse der Stute sind Warnsignale und gehören sofort tierärztlich abgeklärt.
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1-2-3-4 Regel: Nach einer Stunde sollte das Fohlen aufstehen, nach zwei Stunden trinken, nach drei Stunden sollte die Nachgeburt vollständig abgegangen sein, nach vier Stunden sollte das Fohlen das Darmpech (Mekonium) ausgeschieden haben.
Nach dem Abfohlen: Warum die ersten Stunden so wichtig sind
Wenn das Fohlen geboren ist, ist die Erleichterung meist groß. Die lange Trächtigkeit ist vorbei, die Geburt ist geschafft, die Stute steht wieder auf und das Fohlen beginnt, sich zu bewegen. Trotzdem ist genau jetzt nicht der Moment, aufmerksam zu bleiben.
Die ersten Stunden nach dem Abfohlen gehören zu den wichtigsten Phasen im Leben des Fohlens. In dieser Zeit entscheidet sich, ob das Fohlen ausreichend Biestmilch aufnimmt, ob Kreislauf, Verdauung und Anpassung an das Leben außerhalb der Gebärmutter funktionieren und ob die Stute die Geburt gut überstanden hat.
Viele Probleme lassen sich gut behandeln, wenn sie früh erkannt werden. Gefährlich wird es, wenn Auffälligkeiten als „das wird schon“ abgetan werden. Gerade neugeborene Fohlen können innerhalb kurzer Zeit deutlich abbauen. Deshalb gilt nach dem Abfohlen: ruhig bleiben, aber sehr genau beobachten.
1. Wenn die Geburt zu lange dauert
Die eigentliche Austreibungsphase der Geburt verläuft beim Pferd normalerweise sehr schnell. Sobald die Fruchtblase sichtbar wird oder die Geburt eindeutig begonnen hat, sollte die Zeit bewusst im Blick behalten werden.
Kommt das Fohlen nicht zügig voran, kann eine Geburtsstörung vorliegen. Mögliche Ursachen sind zum Beispiel eine ungünstige Lage des Fohlens, ein zurückgeschlagenes Bein, eine feststeckende Schulter oder andere mechanische Hindernisse. Für das Fohlen ist eine Verzögerung schnell gefährlich, weil Sauerstoffmangel entstehen kann.
Als Orientierung gilt: Wenn nach etwa 20 Minuten kein deutlicher Fortschritt erkennbar ist, sollte die Situation ernst genommen werden. Spätestens wenn die Geburt nicht zügig weitergeht, muss tierärztliche Hilfe gerufen werden. Hier ist Abwarten keine gute Strategie.
Ein Sonderfall ist die sogenannte „Red Bag“-Geburt. Dabei erscheint statt der normalen hellen Fruchthüllen eine rote, samtig wirkende Struktur an der Scheide. Das bedeutet, dass sich die Plazenta zu früh gelöst hat. In diesem Fall bekommt das Fohlen keinen ausreichenden Sauerstoff mehr. Das ist ein absoluter Notfall.
2. Nachgeburt: Form, Vollständigkeit und Gewicht kontrollieren
Die Nachgeburt ist nach dem Abfohlen einer der wichtigsten Kontrollpunkte. Sie sollte innerhalb weniger Stunden vollständig abgehen. Bleiben Teile der Nachgeburt in der Gebärmutter zurück, kann das für die Stute lebensgefährlich werden. Mögliche Folgen sind Gebärmutterentzündung, Blutvergiftung, schwere Kreislaufprobleme und Hufrehe.
Die Nachgeburt sollte deshalb nicht einfach aus der Box entfernt und entsorgt werden. Sie sollte sauber ausgebreitet und auf Vollständigkeit kontrolliert werden. Typischerweise hat sie eine Y-förmige Struktur. Dabei sollten beide Gebärmutterhörner vollständig vorhanden sein. Fehlt ein Stück, kann dieses noch in der Stute verblieben sein.
Auch das Gewicht der Nachgeburt kann Hinweise liefern. Als grober Richtwert sollte sie etwa 10 bis 12 Prozent des Fohlengewichts wiegen. Ist sie deutlich leichter oder schwerer, kann das ein Hinweis auf Probleme während der Trächtigkeit oder mit der Plazenta sein.
Praktisch wichtig: Wenn man sich nicht sicher ist, ob die Nachgeburt vollständig ist, sollte sie nicht weggeworfen werden. Am besten wird sie in einen sauberen Eimer oder eine Plastiktüte gelegt und kühl aufbewahrt, bis der Tierarzt sie anschauen kann. Das kann wertvolle Hinweise liefern, besonders wenn Stute oder Fohlen später Auffälligkeiten zeigen.
Auch eine zu frühe Nachgeburt ist ein Warnsignal. Kommt die Plazenta zusammen mit dem Fohlen oder noch bevor die Nabelschnur normal gerissen ist, kann das auf eine Entzündung der Plazenta oder Probleme vor der Geburt hindeuten. Solche Fohlen sollten besonders aufmerksam beobachtet und bei kleinsten Auffälligkeiten tierärztlich kontrolliert werden.
3. Das Fohlen sollte innerhalb der ersten Stunde aufstehen
Ein gesundes Fohlen beginnt meist sehr bald nach der Geburt mit den ersten Aufstehversuchen. Dass es dabei wackelt, umfällt, sich wieder hinlegt und mehrere Anläufe braucht, ist normal. Wichtig ist, dass es wach wirkt, aktiv bleibt und erkennbare Versuche unternimmt, auf die Beine zu kommen.
Spätestens innerhalb der ersten Stunde sollte das Fohlen stehen oder zumindest intensiv daran arbeiten. Tut es das nicht, ist das ein Warnsignal. Ursachen können unter anderem Schwäche, Sauerstoffmangel während der Geburt, Sehnenprobleme, neurologische Störungen, Infektionen oder Kreislaufprobleme sein.
Besonders kritisch ist ein Fohlen, das gar nicht versucht aufzustehen, apathisch wirkt oder immer wieder kraftlos liegen bleibt. Solche Fohlen brauchen nicht „ein bisschen Zeit“, sondern eine zügige tierärztliche Einschätzung.
4. Biestmilch: Die erste Milch (Kolostrum) entscheidet über den Immunschutz
Die erste Milch der Stute wird Biestmilch oder Kolostrum genannt. Sie enthält wichtige Antikörper, die das Fohlen in den ersten Lebenswochen vor Krankheitserregern schützen. Fohlen kommen ohne ausreichenden eigenen Immunschutz zur Welt und sind deshalb auf eine gute Versorgung mit Kolostrum angewiesen.
Besonders in den ersten Lebensstunden kann der Darm des Fohlens diese Antikörper gut aufnehmen. Danach nimmt diese Fähigkeit deutlich ab. Deshalb ist es so wichtig, dass das Fohlen früh trinkt und tatsächlich genügend Biestmilch aufnimmt.
Ein praktisches Hilfsmittel ist ein Brix-Refraktometer. Damit kann die Qualität der Biestmilch direkt am Stall eingeschätzt werden. Dafür reicht ein kleiner Tropfen Kolostrum. Gute Biestmilch liegt in der Regel bei etwa 25 Prozent Brix oder darüber, sehr gute Qualität bei über 30 Prozent. Liegt der Wert deutlich darunter, sollte tierärztlich besprochen werden, ob zusätzliches Kolostrum oder später eine andere Versorgung notwendig ist.
Besondere Aufmerksamkeit ist nötig, wenn die Stute schon vor der Geburt Milch verloren hat, das Euter auffällig leer wirkt oder das Fohlen nicht rechtzeitig trinkt. In solchen Fällen kann die Versorgung mit Antikörpern unzureichend sein.
5. Fohlen trinkt nicht: Spätestens nach zwei Stunden handeln
Ein gesundes Fohlen sollte möglichst innerhalb der ersten Lebensstunde das Euter finden und trinken. Manche Fohlen brauchen etwas länger, suchen zunächst ungeschickt oder probieren an verschiedenen Stellen. Entscheidend ist, dass sie schließlich korrekt andocken, saugen und schlucken.
Wenn das Fohlen nach zwei Stunden noch nicht getrunken hat, ist das ein ernstes Warnsignal. Dann sollte nicht weiter abgewartet werden. Zu wenig Kolostrum in den ersten Stunden kann dazu führen, dass das Fohlen keinen ausreichenden Immunschutz bekommt und anfälliger für Infektionen wird.
Wichtig ist: Milch sollte einem schwachen Fohlen nicht einfach ins Maul gegossen werden. Ein Fohlen muss selbstständig saugen und schlucken können, sonst besteht die Gefahr des Verschluckens, Milch kann in die Luftröhre geraten und eine Lungenentzündung auslösen. Wenn das Fohlen nicht trinkt, kann die Stute vorsichtig gemolken werden, damit keine wertvolle Biestmilch verloren geht. Die weitere Gabe sollte aber mit dem Tierarzt abgestimmt werden.

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6. Saugverhalten beim Fohlen: Der beste Gesundheitsanzeiger
Das Saugverhalten gehört zu den wichtigsten Beobachtungspunkten nach dem Abfohlen. Nach dem ersten Trinken legt sich das Fohlen oft wieder hin und ruht. Das ist normal. Es sollte aber regelmäßig wieder aufstehen und erneut trinken.
Ein gesundes Fohlen ist wach, interessiert, sucht die Stute und findet das Euter zunehmend sicherer. In den ersten Stunden sollte es immer wieder zum Trinken gehen. Wenn das Fohlen länger liegen bleibt, zunehmend müde wirkt, das Euter nicht findet oder an falschen Stellen saugt, ist Vorsicht geboten.
Typische Warnzeichen sind:
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Saugen an der Stallwand, am Bein oder am Bauch der Stute
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Milch am Kopf, an den Ohren oder am Hals
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sehr kurze, kraftlose Saugversuche
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schnelles Ermüden beim Trinken
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Desinteresse am Euter
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zunehmende Schläfrigkeit
Milch am Kopf wird manchmal falsch interpretiert. Es bedeutet nicht automatisch, dass das Fohlen gut getrunken hat. Im Gegenteil: Es kann zeigen, dass das Fohlen zwar am Euter war, aber nicht richtig angedockt hat. Die Milch läuft dann über Kopf oder Hals, ohne dass das Fohlen ausreichend davon aufnimmt.
Solche Fohlen brauchen keine „Trink-Nachhilfe“ im Sinne von Training, sondern eine genaue Kontrolle. Häufig steckt Schwäche, mangelnde Anpassung nach der Geburt oder eine beginnende Erkrankung dahinter.
7. Darmpech beim Fohlen: Ersten Kotabsatz richtig beurteilen
Nach der Geburt muss das Fohlen das sogenannte Darmpech (Mekonium) ausscheiden. Dieser erste Kot ist dunkel, zäh und klebrig. Er stammt noch aus der Zeit im Mutterleib und muss in den ersten Lebensstunden abgesetzt werden, als Faustregel gilt, dass es spätestens vier Stunden nach der Geburt abgegangen sein sollte.
Bleibt das Darmpech stecken, bekommt das Fohlen Bauchschmerzen. Typische Anzeichen sind Pressen, Schweifheben, häufiges Hinlegen und Aufstehen, Unruhe oder eine Haltung, die aussieht, als wolle das Fohlen urinieren. Manche Fohlen wirken kolikartig und trinken dann schlechter oder gar nicht mehr.
Das ist doppelt problematisch: Zum einen hat das Fohlen Schmerzen, zum anderen kann es dadurch zu wenig Kolostrum aufnehmen. Deshalb sollte der Kotabsatz bewusst beobachtet werden.
In den ersten Stunden kann ein Fohlen mehrfach kleine Mengen Darmpech absetzen. Später geht der Kot in den typischen helleren Milchkot über. Durchfall in den ersten Lebenstagen sollte dagegen nicht verharmlost werden. Sehr junge Fohlen sollten keinen wässrigen Durchfall haben. Das kann ein Hinweis auf eine Infektion sein und muss ernst genommen werden.
Auch der erste Urinabsatz ist ein Kontrollpunkt. Wenn das Fohlen ausreichend trinkt, sollte es innerhalb der ersten Stunden auch urinieren. Hengstfohlen urinieren häufig etwas früher, Stutfohlen manchmal etwas später. Bleibt der Urinabsatz aus oder wirkt das Fohlen dabei schmerzhaft, sollte dies abgeklärt werden.
8. Gesundheit der Stute nach dem Abfohlen: Fressen, Kot, Urin und Schmerzverhalten beobachten
Nach der Geburt sollte nicht nur das Fohlen, sondern auch die Stute genau beobachtet werden. Eine gesunde Stute interessiert sich für ihr Fohlen, lässt es ans Euter, wirkt ansprechbar und beginnt meist bald wieder etwas Heu zu fressen.
Innerhalb der ersten Stunden sollte die Stute Kot und Urin absetzen. Auch leichte Unruhe oder mäßige Nachwehen können vorkommen. Entscheidend ist aber, dass die Beschwerden besser werden und nicht zunehmen.
Warnzeichen bei der Stute sind:
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starkes Schwitzen
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Mattigkeit oder Teilnahmslosigkeit
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Fieber
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deutlich erhöhter Puls
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häufiges Hinlegen und Aufstehen
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Wälzen oder starke Unruhe
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zunehmende Schmerzzeichen im Gesicht
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Blut im Urin oder Kot
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fehlender Kot- oder Urinabsatz
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Desinteresse am Fohlen
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Lahmheit oder Anzeichen von Hufrehe
Starke oder zunehmende Schmerzen nach dem Abfohlen sind nicht normal. Sie können auf ernsthafte Probleme hinweisen, etwa eine zurückgehaltene Nachgeburt, Geburtsverletzungen, eine Gebärmutterruptur, Darmverletzungen oder innere Blutungen. Auch Hufrehe kann sich bei schweren Entzündungsprozessen sehr schnell entwickeln. Deshalb sollten bei der Stute auch die Hufe und die Bewegungsbereitschaft beobachtet werden.
Wenn solche Warnsignale auftreten, sollte sofort der Tierarzt gerufen werden. Kann kein Tierarzt zeitnah kommen und verschlechtert sich der Zustand der Stute, muss auch ein Kliniktransport in Betracht gezogen werden.
9. Blutwerte beim Fohlen: Sinnvoll bei Auffälligkeiten und Risikofällen
Eine Blutuntersuchung beim Fohlen ist nicht in jedem Fall notwendig. Wenn Geburt, Verhalten, Aufstehen, Trinken, Kot- und Urinabsatz sowie Allgemeinzustand normal sind, kann der Tierarzt gemeinsam mit dem Besitzer entscheiden, ob eine Kontrolle sinnvoll ist. Wichtig wird eine Blutuntersuchung aber immer dann, wenn das Fohlen außerhalb der Norm ist.
Das gilt besonders bei:
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verzögertem Aufstehen
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fehlendem oder schlechtem Trinken
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Schwäche oder Mattigkeit
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auffälligem Saugverhalten
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Fieber oder Untertemperatur
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Durchfall
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kolikartigem Verhalten
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Verdacht auf zu wenig Kolostrum
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schlechter Kolostrumqualität
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schwieriger oder verzögerter Geburt
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auffälliger Plazenta
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Verdacht auf Infektion der Stute vor oder während der Geburt
Besonders wichtig ist dabei der IgG-Wert. Er zeigt, ob das Fohlen ausreichend Antikörper über die Biestmilch aufgenommen hat. Ist der Wert zu niedrig, kann noch gegengesteuert werden – je früher, desto besser.
Auch die weißen Blutkörperchen und Entzündungsmarker können Hinweise darauf geben, ob sich eine Infektion oder Sepsis entwickelt. Gerade bei neugeborenen Fohlen können erste Anzeichen unscheinbar sein. Ein Fohlen, das „nur ein bisschen schlapp“ wirkt, kann bereits ernsthaft krank sein.
10. Bindung zwischen Stute und Fohlen: Ruhe statt unnötiger Störung
Nach dem Abfohlen brauchen Stute und Fohlen Ruhe. Die Bindung zwischen beiden ist nicht nur emotional schön anzusehen, sondern biologisch wichtig. Das Fohlen orientiert sich an der Stute, sucht bei ihr Wärme, Sicherheit und Nahrung. Die Stute wiederum muss ihr Fohlen annehmen, schützen und trinken lassen.
Natürlich müssen notwendige Kontrollen durchgeführt werden. Aber unnötiger Trubel im Stall ist kontraproduktiv. Besucher, ständiges Betreten der Box, viele Fotos, häufiges Anfassen des Fohlens oder frühe „Prägeversuche“ können die erste Bindungsphase stören und im schlimmsten Fall dazu führen, dass die Stute das Fohlen ablehnt.
Besondere Vorsicht ist bei Stuten geboten, die sehr schützend reagieren. Auch eine sonst freundliche Stute kann nach der Geburt deutlich wachsamer oder aggressiver sein. Das ist kein Charakterfehler, sondern ein natürliches Schutzverhalten. In solchen Situationen sollte man ruhig bleiben, Abstand wahren und notwendige Handgriffe gut vorbereiten.
Wenn das Fohlen untersucht werden muss, sollte möglichst zuerst die Stute gesichert und beruhigt werden. Sicherheit für Mensch, Stute und Fohlen geht vor.
Nach dem Abfohlen zählt genaues Beobachten
Nach dem Abfohlen reicht es nicht, einmal kurz in die Box zu schauen und erleichtert festzustellen, dass Stute und Fohlen leben. Die ersten Stunden nach der Geburt sind eine sensible Phase, in der sich viele Probleme früh zeigen – wenn man weiß, worauf zu achten ist.
Besonders wichtig sind der zügige Geburtsverlauf, die vollständige Nachgeburt, die Qualität der Biestmilch, das rechtzeitige Aufstehen und Trinken des Fohlens, normales Saugverhalten, Kot- und Urinabsatz sowie ein stabiler Allgemeinzustand der Stute.
Gute Beobachtung bedeutet nicht, in Panik zu geraten. Sie bedeutet, Auffälligkeiten ernst zu nehmen. Gerade bei neugeborenen Fohlen und Stuten, die zum ersten Mal ein Fohlen bekommen, kann zu langes Abwarten gefährlich werden.
Deshalb gilt: Wenn etwas nicht normal wirkt, sollte frühzeitig tierärztlicher Rat eingeholt werden. Lieber einmal zu viel nachfragen als einmal zu spät handeln.